Die Villa und ihre Geschichte


1. Leben von 1910 bis 1936: Villa Gabi Nora

Die Villa an der Strandpromenade wurde um 1910 von dem Berliner Bauherrn und Architekten Schapiro im Kolonialstil (typisch: die überdachten Loggien) für sich und seine Familie errichtet. Die Villa trug bis 1936 den Namen seiner Tochter "Gabi Nora". Ein altes Gartentor mit den Initialen " G. B." war noch 1989 vorhanden und wird in Ehren aufbewahrt.


2. Leben von 1936 bis 1953

  (und bis 1989 unverändert):

  Villa Ilse und Ferienheim Bruno Kiesler

1936 erwarb der Sparkassendirektor Gustav Kühl die Villa und benannte sie nach seiner Frau "Villa Ilse". Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie von 1945 bis 1949 Bestandteil des sowjetischen Offiziersanatoriums.

Als 1953 in der sogenannten "Aktion Rose" fast sämtliche Villen auf Usedom von der SED enteignet und dem Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) zur Nutzung als Ferienhäuser übergeben wurden, nahm man die "Villa Ilse" davon aus. Sie blieb im Besitz der Familie Kühl, die sie allerdings als Ferienheim "Bruno Kiesler" an den FDGB vermietete. 

 


3. Leben ab 1989: Villa Caprivi


Die Familie Kühl und deren Erben wohnten in einem Anbau des Hauses bis nach der Wende und begannen 1990 sofort mit der Sanierungsplanung des maroden Gebäudes.

Doch erst mit dem Verkauf der alten Bausubstanz an die neu gebildete Eigentümergemeinschaft begann auch für dieses Haus die Nachwendezeit.

Dem Flensburger Architekten Hoffmann ist es gelungen, bis ins Detail die in Heringsdorf einzige im Kolonialstil errichtete Villa zu erhalten und in den Neubauteilen fortzuführen. Die exklusiven Wohnungen zeigen sich heute lichtdurchflutet auf höchstem Niveau und werden allen Ansprüchen gerecht.


Der Baustil der Kolonialzeit ist in Namibia (ehemaliges Südwestafrika) verbreitet und dort in der Provinz Caprivi zu finden. Deshalb gaben wir dem Haus den Namen "VILLA CAPRIVI"

Der Name geht auf den Nachfolger von Reichskanzler Bismarck, auf Leo von Caprivi zurück (1890-1894), nach dem auch der "Caprivi-Zipfel" in Namibia benannt wurde.


Sicherlich wird auch Reichskanzler Leo Graf von Caprivi in seinem Leben irgendwann einmal in Heringsdorf gewesen sein, so heißt es vor Ort,

doch lässt sich das nicht mehr genau belegen.